Open Source

Die Open-Source-Falle: Warum erzwungene Solidarität die Welt nicht besser macht

Es ist ein nobles und zutiefst menschliches Motiv: Unzählige brillante Köpfe wollen die Welt zu einem besseren Ort machen. Sie schreiben hervorragende Software, entwickeln neue Protokolle oder entwerfen dezentrale Netzwerke – mit dem Ziel, dieses Wissen der Menschheit zur Verfügung zu stellen. Doch fast immer, kurz bevor der Code veröffentlicht wird, schleicht sich ein altbekanntes Gespenst ein: Die Angst vor der Ausbeutung.

Die Sorge lautet meistens: „Was ist, wenn jemand – ein gieriger Entwickler oder ein anonymer Großkonzern – diesen hart erarbeiteten Code nimmt, ihn in ein geheimes, proprietäres Produkt einbaut und damit Gewinne erzielt, ohne der Gemeinschaft jemals etwas zurückzugeben?“ Aus dieser Angst heraus wird oft zu strengen „Copyleft“-Lizenzen (wie der GPL oder AGPL) gegriffen. Diese Lizenzen sind der Versuch, Solidarität und Rückgabe juristisch zu erzwingen.